Unsinnige ISO Qualitätsmanagementsystem Zertifizierungen

Die meisten ISO Qualitätsmanagementsystem Zertifizierungen sind unsinnig. Solche unsinnigen Zertifizierungen sollten erst gar nicht in Angriff genommen bzw. schnellstmöglich gestoppt werden. Das eingesparte Geld sollte in die Entwicklung neuer Produkte und Märkte gesteckt werden.

Teilweise, vor allem wenn es um die Sicherheit und Nachvollziehbarkeit geht, sind Zertifizierungen gesetzlich geregelt und die Art und Weise der Zertifizierung vorgeschrieben. Daran Kritik zu üben, ist eigentlich müßig. Es sollte aber von der Zertifizierungsgesellschaften trotzdem bedacht werden, ob diese Zertifizierungen wirklich ihre Ziele erreichen. Presseberichte zeigen, dass das manchmal nicht der Fall ist. Eventuell können die Vorschriften noch von Fall zu Fall präzisiert werden.

Großenteils spielen sich Zertifizierungen im gesetzlich ungeregelten Bereich ab, in dem Verbände, mächtige Zertifizierungsgesellschaften und große Industriekonzerne die Regeln vorgeben und die Normen interpretieren. Die ISO-Normen lassen beträchtliche Gestaltungsspielräume zur Interpretation offen. Der Schwerpunkt bei den Qualitätsmanagementsystem Auditierungen liegt auf der Makellosigkeit von Produkten und Dienstleistungen. Interessant ist, dass die wenigsten großen Konzerne selbst ISO- zertifiziert sind.

Mittelständische Unternehmen haben keinen Einfluss und werden gezwungen, sich zertifizieren zu lassen, wenn sie ihre Kunden nicht verlieren wollen. Ansonsten haben diese Unternehmen keinen Mehrwert und durch Bürokratismus eher Nachteile. Sie verhalten sich dementsprechend eher widerwillig, wenn es um die ihnen aufgezwungenen Regeln geht.

ISO Qualitätsmanagement Zertifikate stehen für die Fehlerlosigkeit der Produkte, aber nicht für die Innovation. Längerfristig führen solche unsinnigen Zertifizierungen dazu, dass die für ihre Innovationskraft bekannten deutschen Mittelständler vom Markt verschwinden. Das merken die großen Industriekonzerne erst, wenn es zu spät ist.  

Bei unsinnigen ISO-Zertifizierungen bescheinigen Auditoren ohne Führungserfahrung im Auftrag von Zertifizierungsgesellschaften, dass Normen eingehalten werden. Normen sind aber gar keine Gesetze, sondern Standards. Standards können mehr oder weniger ausgeprägt sein. Gemäß den neuen ISO-Normen (Ausgabe 2015) sind Unternehmen frei, sich selbst Standards vorzugeben und selbst zu regeln, was bei Abweichungen davon geschehen soll. Diese ISO Qualitätsmanagement Zertifikate sind deshalb überhaupt nicht aussagekräftig.

Die Auditdauer wird von den Verbänden in Audittagen vorgegeben. Sie ist zu lang. Das zeigt sich daran: der Auditor reist am ersten Audit-Tag abends an und am letzten Audit-Tag morgens ab. Die gesamten dokumentierten Informationen werden vor Ort langwierig geprüft, als ob Qualität mit der Art und Weise der Dokumentation zusammenhängt.

Auditberichte sind viel zu formalistisch: Im Auditbericht steht links der entsprechende Ausschnitt aus der Norm. Rechts schreibt der Auditor daneben „erfüllt“, „nicht erfüllt“, „Empfehlung:“. Solche Anmerkungen sind weder für das zertifizierte Unternehmen, noch für die Zertifizierungsgesellschaft nützlich.

Nicht der Auditor, der sich ein Bild vom Fehlermanagement im Unternehmen machen konnte, sondern die Zertifizierungsgesellschaft entscheidet über die Erteilung eines Zertifikates anhand des Auditberichtes (s.o.).