Qualitätsmanagement setzt eine Vision voraus - Vision zur Entwicklung der Menschheit

 

Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr.h.c.* Dieter Deublein (Aidewise GmbH) *verliehen von der Amansholov University Öskemen

 

Qualität bedeutet Innovation und Präzision. Innovation setzt eine Vision voraus. Präzision erfordert überdurchschnittliche Anstrengungen.

 

1972 haben Meadows u.a. in ihrem Buch „Grenzen des Wachstums“ Zukunftsszenarien beschrieben und konstatiert: fatale Entwicklungen können abgewendet werden, wenn die Menschen „das Ruder herumreißen“ und ihre Verhaltensweisen grundlegend verändern.

 

Fast 50 Jahre später ist festzustellen, dass die Weltgemeinschaft sich nicht auf eine neue Verhaltensweise einigen konnte. Es bleibt nun, darauf zu vertrauen, dass die Entwicklung der Menschheit der natürlichen Entwicklung von Lebewesen folgt.

 

Bild: Entwicklung der Menschheit (Copyright: aidewise GmbH

In der Natur wachsen Populationen logistisch; d.h. nach einer Eingewöhnungsphase (Lag-Phase) wächst die Population in der exponentiellen Phase unbegrenzt an, nähert sich der Grenze des Wachstums und schwenkt dann in die stationäre Phase ein, einen länger andauernden Zeitraum von Null-Wachstum mit viel Harmonie.

Es ist anzunehmen, dass das Wachstum der Bevölkerung genauso verläuft. Ein großräumiger Atomkrieg, ein Meteorit, ein Klimawandel mit einem unerträglichen Temperaturanstieg, eine Seuche, psychische Krankheiten, Bodenerosion oder ganz etwas anderes könnten allerdings ein jähes Ende bedeuten.

Die Übergangszeit von der Lag-Phase zur Phase exponentiellen Wachstums dauerte von 1850 bis 1950 ca. 100 Jahre lang. Die Übergangsphase vom exponentiellen Wachstum zur stationären Phase dürfte dieselbe Zeit dauern.  Das Pariser Klimaabkommen 2015 kann als Beginn der Übergangsphase angesehen werden: zum ersten Mal verständigen sich alle Länder der Erde darauf, Maßnahmen zu Veränderungen einzuleiten. Die Übergangsphase würde dann im Jahr 2115 enden. Das ist ein sehr kurzer Zeitraum für die voraussehbaren einschneidenden Veränderungen.

Im Jahr 2100 werden laut UNO Population Division 11 Mrd. Menschen auf der Erde leben. Die Schärfe der Vorhersage ist noch ungenau. Die Geburtenrate wird sich bei Erreichen der Grenzen des Wachstums bei 2,0 Kindern pro Frau einspielen, die Lebenserwartung wird hoch liegen. Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung wird nach UNO-Angaben bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 38,1 Jahre zunehmen.

Nur ein kleiner Teil von Menschen wird in unwirtlichen Regionen überleben; z.B. auf dem Mond oder auf Planeten.

In der stationären Phase finden sich die Menschen mit der Situation ab. In vielen Bereichen spielt sich eine Balance ein. Es gibt keine Veränderungen und bewegende Innovationen mehr. Am Ende der langewährenden stationären Phase kommt es zur Apokalypse dadurch, dass Menschen degenerieren und durch andere dann stärkere Lebewesen ersetzt werden.

Die Verdichtung der Bevölkerung verläuft in Schüben wie in einer Bahn: Anfangs sitzen und stehen die Fahrgäste locker herum. Es genügt ein leichter Impuls und schon rücken alle ein wenig zusammen. Dann machen sie immer unwilliger Platz für andere. Mit jedem weiteren Fahrgast geht ein Ruck durch die Bahn und alle bewegen sich ein wenig. U.U. wird von außen geschoben. Die Fahrgäste bekommen Platzangst. Erst dann passt wirklich niemand mehr in die Bahn und die stationäre Phase beginnt. Es kann nur noch jemand zusteigen, wenn ein Fahrgast aussteigt.