Zunahme der Bevölkerungsdichte

Seit den Jahren um 1850 wächst die Bevölkerung immer schneller. Unmenschliche Hungersnöte, Verteilungskämpfe, Weltkriege, Epidemien waren bisher die Folge. Verluste hat die Natur bald wieder ausgeglichen. Technische Erfindungen, neue Lebens- und Organisationsformen, Völkerwanderungen  waren und sind Begleiterscheinungen, die sich immer schneller wandeln.

Menschen sind gezwungen näher zusammen zu rücken. Die örtliche Verdichtung schreitet voran. Sie ist durch die Ergiebigkeit des Bodens und die Kosten eines Lebensmitteltransportes begrenzt. Im weltweiten Durchschnitt errechnet sich ein Flächenbedarf von durchschnittlich 2000 m² Ackerfläche pro Person, wenn die weltweit genutzte Ackerfläche – auch sehr karge Böden – durch die Anzahl an Menschen dividiert wird. In Manhattan z.B. leben auf 60 km² Grundfläche 1,6 Mio Menschen; d.h. 27 000 Menschen auf einem Quadratkilometer. Zu ihrer Ernährung müssen Lebensmittel von einer Fläche von 3200 km² zur Verfügung stehen, d.h. aus einem Umkreis von 32 km – Wasserfläche mit eingerechnet – in den Kernbereich von Manhattan gebracht werden.

Das exponentielle Wachstum der Menschheit könnte seine Ursache haben in Veränderungen in der Natur, in der Zusammensetzung der Atmosphäre, in der Sonneneinstrahlung so wie auch Blaualgen und Saurier einmal ihre optimalen Lebensbedingungen hatten.

Die Veränderungen laufen fort und die optimalen Lebensbedingungen für Menschen schwinden. Luft- und Meeresströmungen ändern ihren Verlauf. Für den Golfstrom und El nino wird das schon bald erwartet. Klimakrisen, Überflutungen, Epidemien sind die Folge. Die Anpassungsfähigkeit der Menschen erschöpft sich.

Mit der Zeit verdichtet sich die Bevölkerung dort besonders, wo Trinkwasser zur Verfügung steht; z.B. an Flussufern und Seen. Kleinere Flüsse versiegen, weil das Wasser schon an den Quellen verbraucht wird. Größere Flüsse werden aus demselben Grund zu Rinnsalen. Seen trocknen aus, weil das immer spärlicher zufließende Wasser auf den umliegenden Ackerflächen versprüht wird.

Menschen siedeln sich dort besonders dicht an, wo der Boden fruchtbar ist; z.B. im Gürtel südlich des nördlichen Polarkreises. Auf der Südhalbkugel fehlt die entsprechende Landmasse.

Bild: Gürtel unterschiedlicher Fruchtbarkeit (hellgrün = Regengürtel mit fruchtbarem Boden, dunkelgrün = Tropen mit viel Regen und ausgelaugten Böden, orange = Wüste und Steppe, weiss = gefrorener Boden; schwarze Linie = Äquator, rote Linien = Wendekreise, blaue Linien = Polarkreise)

Im Raum um den Äquator fällt viel Regen. Dort gibt es noch vollkommene Ökosysteme, in denen natürliche Kreisläufe perfekt funktionieren, so dass sich keine Humusschicht bilden kann. Durch das Fällen der Bäume und das Jagen von Tieren werden die Kreisläufe aber immer mehr durchbrochen. Die Landschaft verödet. Durch Bodenkultivierung könnte der Boden vielleicht stellenweise noch auf Dauer fruchtbar gemacht werden. Trotzdem werden in den nächsten Jahren viele Menschen von dort in den Regengürtel im Norden ziehen.

Es gibt auch Menschenansammlungen in unwirtlichen Regionen (Sibirien, Wüsten, Arktis), wenn dort Rohstoffe (Mineralien, Naturschätze) vorkommen. Die Menschen werden dort sehr karg, aber doch überleben können, wenn der Lebensmitteltransport sicher gestellt werden kann.

Das exponentielle Wachstum geht in logistisches Wachstum über; d.h. die Menschheit nimmt immer weniger schnell zu. Anfangs breiten sich Informationen über Regionen mit besseren Lebensbedingungen noch rasch aus. Menschen machen sich dorthin auf den Weg. Grenzen werden überschritten, Meere auf Schlauchbooten überwunden und Zäune wie Mauern niedergerissen. Lebensmittel, Textilien und Industrie-Rohstoffe werden weltweit gehandelt. Kulturen rücken enger zusammen, Sprachen verschmelzen und Verhaltensweisen gleichen sich an.

Mit der Zeit werden die Ressourcen lebensbedrohlich knapp. Schlagworte wie Bioökonomie, Smart Farming, Steigern der Ressourceneffizienz und Ressourcensuffizienz gewinnen an Bedeutung. Menschen werden kleiner, schlanker und genügsamer, weil sie oft darben müssen. Sie werden anfällig für Epidemien. Sie verlieren an Lebensmut und Optimismus. Religionen breiten sich aus, die das höchste Heil im Jenseits versprechen.

Die Bewegungsfreiheit schränkt sich ein und alle sind gezwungen, sich gleichförmig zu bewegen. Jede noch so kleine Chance zum Überleben wird optimal genutzt. Gehandelt wird nur noch im engen Umkreis. Mit weiterem Versiegen der Ressourcen siechen die Menschen nur noch vor sich hin.

Es gibt eine Perspektive, die optimistischer stimmt: Gemeinschaften in Zukunftshäusern!

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Autor: Prof. Dr.-Ing. Dr.h.c.* Dieter Deublein (Aidewise GmbH) *verliehen von der Amansholov University Öskemen

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